Katell Gélébart im Deutschlandradio Kultur: 'Eine Nähmaschine finde ich überall'

vom 22. Juli, 10:50 Uhr


"Eine Nähmaschine finde ich überall"

Katell Gélébart macht Mode aus Müll und bringt Arbeit nach Indien

Von Martin Tschechne

Die Designerin Katell Gélébart trägt selbst Mode aus Stoffen, die andere Menschen weggeworfen haben. Umweltbewusstes Handeln muss Spaß machen, sagt die 40-jährige Französin. Deshalb will sie dem Recycling mit Witz, Farbe und einem Lächeln zu Sinnlichkeit verhelfen.

Sie trägt einen Pullover, in den die Ärmel eines anderen Pullovers eingesetzt sind. Sie trägt einen Bolero aus Matratzendrell. Oder einen schneeweißen Mantel aus Fallschirmseide, dessen Ösen verraten: Er ist wirklich aus einem alten Fallschirm geschneidert. Katell Gélébart, 40 Jahre alt, schlank und zierlich wie eine 18-Jährige, trägt Mode aus Stoffen, die andere Menschen wegwerfen: ein Etuikleid, sehr elegant, aus Transportsäcken der Schweizer Post. Eine Winterjacke aus Armeedecken, einen Anorak aus bunt schillernden Espressotüten. Kann man so was tragen?

"Ich finde den sehr schick!"

Sagt die Museumskuratorin Angelika Riley, während sie einen pastellfarbenen Mantel auf einem Kleiderständer zurechtzupft. Im vergangenen Jahr hat sie der französischen Designerin eine Ausstellung in Hamburg ausgerichtet:

"So weit ich weiß, ist der aus einer neuseeländischen Wolldecke oder aus mehreren gemacht. Wunderbares Karo, einmal in hellblau-beige und in orange-beige, ein Raglanschnitt, ein knielanger Mantel mit einem sehr schönen Chinzfutter, bedruckten. Und bemerkenswert vielleicht auch noch die Knöpfe aus Computer-Tastatur-Buttons, würde ich mal sagen."

Anlass zur Ausstellung war die Verleihung eines Preises an Katell Gélébart, der nicht nur besonderes Engagement für Umwelt und Gesellschaft auszeichnet, sondern darüber hinaus ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ton.

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