Interview mit Daniel Pinchbeck

Wie würden Sie in wenigen Worten die Essenz ihres Films beschreiben?

Denke um oder gehe unter!

Sie beschäftigen sich seit Jahren mit dem Phänomen 2012. Mittlerweile sind Sie weltweit als Vortragsredner tätig und haben nun ihren ersten Film zu 2012 gedreht. Er steht diametral im Gegensatz zu dem filmischen Untergangsszenario von Roland Emmerich. Im Grunde ist es die Vision, dass das Gute letztlich siegen wird. Was bedeutet 2012 für Sie persönlich?

2012 sehe ich als eine Möglichkeit, unser Leben neu zu überdenken. Unsere Zivilisation geht mit dem Planeten sehr destruktiv und lebensverneinend um, aus diesem Grund müssen wir einen neuen Kurs einschlagen. Die Mayas haben in dem Datum 2012 nicht das Ende der Welt gesehen. Vielmehr geht ein Zyklus zu Ende, der vor 5125 Jahren begonnen hat. Wir sollten keine Angst haben, sondern sind dazu aufgefordert, uns innerlich zu reinigen und zu erneuern.

Sie führen mit den spannendsten Persönlichkeiten unserer Zeit Interviews über reale Möglichkeiten, Formen eines neuen Bewusstseins zu etablieren. Welche Botschaft möchten Sie für Herz und Kopf transportieren?

Mir liegt es sehr am Herzen, den Menschen klarzumachen, dass sie nicht abhängig sind von einer äußeren Macht, um die notwendige Transformation stattfinden zu lassen. Unsere Kultur kann sich regenerieren, wenn wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen alles daran setzen, um eine Welt zu schaffen, in der wir alle gerne leben wollen. In einem Satz kann man das auch so formulieren: Lasst euch auf den Wandel ein und macht euch dabei die Hände schmutzig!

In dem Film suchen Sie weltweit nach schon heute sichtbaren Spuren einer neuen Alchemie der Erde, wie Sie es bezeichnen. Wie können wir selbst dazu beitragen, dass die Erde sich unter unseren Füßen wandeln und heilen kann?

Jeder Mensch muss seinen eigenen Zugang finden. Manche fühlen sich berufen, die Gärtnerei zu erlernen oder nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Andere wiederum nutzen die Medien als Sprachrohr, um sich für die Verbreitung dieses neuen Bewusstseins einzusetzen. Ob als Aktivist oder System-Insider, es gibt viele pragmatische Möglichkeiten, unsere Welt zu heilen.

Die Menschheit formt selbst ihr Schicksal, das ist eine wichtige Botschaft zu 2012. Erwachen und Transformation sind für Sie Zustände, die sich auf gewöhnliche wie außergewöhnliche Weise manifestieren können. Wie kann die Botschaft Ihres Films nicht nur gehört, sondern auch integriert werden?

Ich sehe mich als ein psychedelischer, anarchischer Mystiker. Daher glaube ich, dass „Erwachen" letztlich einem Zustand gleicht, den die Aborigines als Traumzeit oder die Hindus als Maya bezeichnen. Wir erwachen, und realisieren, dass wir uns in einem Stück befinden, dass vom Bewusstsein selbst inszeniert wurde. Dieses höhere Bewusstsein nimmt viele Formen an, um seine eigenen unendlichen Möglichkeiten zu erforschen. Der Film ist ein guter „Aufwecker" und kann ein Funke sein, um dieses Bewusstsein in sich zu aktivieren. Ich war selbst überwältigt von den Auswirkungen des Films und hoffe, dass noch viel mehr Menschen zum Erwachen inspiriert zu werden.

Sting ist eine der berühmten Persönlichkeiten, die in dem Film von einer erstaunlich intimen Seite gezeigt wird. Seine spirituelle Offenheit lässt ihn coram publico Statements geben wie „Als Mensch bin ich noch nicht fertig". Wie kam es zu dieser besonderen Begegnung?

Sting und ich sind Freunde geworden, als er mein erstes Buch „Rückkehr der gefiederten Schlange" gelesen hatte. Ich schätze seine Offenheit, sich mit Bereichen auseinanderzusetzen, die sich der Vernunft entziehen. Viele Künstler haben spirituelle Erfahrungen gemacht, aber nur wenige treten hervor und outen sich als spirituelle Wahrheitssucher.

Sie suchen in Ihren Film nach Verbindungen zwischen der archaischen Weisheit indigener Kulturen und wissenschaftlichen Methoden. Verstand oder Intuition – welchem Impuls sollen wir eher folgen?

Schamanismus ist eine Wissenschaft des Heiligen, er stellt eine Reihe hochentwickelter Techniken zu Verfügung, mit denen wir in visionäre Zustände gelangen und daraus einen realen Nutzen ziehen können. Diese Praktiken können wir ständig in unsere moderne Wissenschaftskultur integrieren. Von den Schamanen erlangen wir die Fähigkeit wieder, unsere intuitive, visionäre und übersinnliche Natur zu stärken. Wissenschaftler lehren uns hingegen, unsere Skepsis beizubehalten, die uns hilft, selbst die esoterischten Ideen oder Erfahrungen kritisch und neutral zu untersuchen. Wir können also die Synergie beider Kulturen nutzen, um die Welt, in der wir leben, besser und heiler zu machen.

Als Zuschauer ist man fasziniert und zugleich verstört von den positiven wie negativen Entwicklungen dieser Zeit, die in sich überlagernden visuellen Eindrücken kunstvoll verbunden werden. Wie können wir in der Phase des geistigen Umbruchs konstruktiv mit diesen ambivalenten Kräften umgehen?

Unsere Zeit ist wunderbar und aufregend. Es werden uns unglaubliche Möglichkeiten angeboten, uns neu zu erfahren. Wir können uns entscheiden, was wir jetzt erfahren und wissen wollen, wie wir jetzt sein, und auf welche Art wir jetzt lieben können usw. Jedem von uns werden Gelegenheiten geboten, dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen zu machen. Das große Potenzial unserer Zeit ist, dass dieses sich bahnbrechende neue Bewusstsein zur Norm werden kann.
Wir Menschen können von altem Autoritätsdenken und hierarchischen Strukturen zu einem neuen holistischen, partizipatorischen Weltbild finden. Der Film möchte zeigen, dass es Wege gibt, unsere Gesellschaft neu zu gestalten. 2012 steht für den Anfang eines Prozesses, der unsere Welt vollkommen umgestalten wird.

© Scorpio

www.2012timeforchange.com


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